Bildungs-Tipp

 

Wir planen im Rahmen der 2011 neugegründetetn  übergeordneten Institution Kunschthuus am Zürisee ein Bildungsangebot in

 

 

Philosophie für Führungskräfte

 

"Führungskräfte sollten Philosophen, Philosophen sollten Führungskräfte sein"

            in zeitgemässer Abwandlung des Platon-Zitats:

"Könige sollten Philosophen, Philosophen sollten Könige sein"

 

Die Ansprüche an die moderne Führung decken sich weitgehend mit den Ansprüchen an eine philosophische Beschäftigung:

¨      unablässig hinterfragen und infrage stellen von vordergründig, symptomatisch Gegebenem

¨      Suche nach eigentlichen Ursachen, letzten Gründen, wahren Motiven, nach Wirklichkeit (dem, was wirkt), nach Wahrheit

¨      periodische Klärung und Überprüfung von eigenen Grund- und Werthaltungen, der ethischen Ausrichtung

¨      Pflege der Dialogfähigkeit, der echten Kommunikation

¨      Reflexion der Erkenntniswege

¨      völliges Offensein für alles, was einem an Neuem zufällt usw.

 

Methodik-Didaktik in der Erwachsenenbildung

ü  Ausgang von der Lebenspraxis, vom Alltagsverständnis

ü  Über gegenseitiges Vergleichen problematisieren und kritisch Reflektieren des Alltagswissens

ü  Kennenlernen alternativer Theorien und Begründungen aus der Philosophie-geschichte, aus Ansätzen einzelner Philosophen sowie aus den Disziplinen der systematischen Philosophie

ü  Bilden eines selbständigen begründeten Urteils usw.

 

Bei allen vier Schritten dieses sogenannt "reflexiven Dialogs" wird auf philosophisch-systematische, begriffliche und rational-kritische Standards nicht verzichtet. Der Prozess

der kritischen Reflexion nimmt wohl seinen Ausgang und findet seine Rückkehr in Situationen der Berufs- und Lebenswelt, die Teilnehmenden werden jedoch begleitend in der Handhabung philosophischer  Fertigkeiten eingeübt: Urteilskraft, Schlussvermögen, differenziertes Denken, Kritik, Nach- und Weiterdenken, Phantasie, Reflexion, Aufklärung,

Synthese, Identitätsbildung, Verständigung.

 

Erster Programmvorschlag

 

Ein Gesprächszyklus "Ich philosophiere" an 4 Einzeltagen  

 

1. Gesprächstag: Philosophieren?

Aller Anfang ist schwer: Diskussion -  Wahrheit – Handeln, Wege philosophischen Denkens

 

"Philosophieren" wird mit den grossen Denkern vergangener Zeiten assoziiert, mit ihren verschachtelten Gedankengebäuden und den z.T. schwer verständlichen Texten, mit dem

"Stein des Weisen", mit überdauernden Wahrheiten, Kalendersprüchen und schönen Worten. Philosophieren ist jedoch eine permanente innere Unruhe, die sich durch Staunen ob Gewaltigem und Unerklärlichem, mit radikalem kritischem Hinterfragen von Vorder-gründigem, Fadenscheinigem „äussert. Wir werden uns plötzlich unseres Denkprozesses bewusst. Es taucht die Frage auf, ob das, was wir tun, auch sollen und dürfen. Wer sind wir

Menschen überhaupt, bin ich oder bin ich es nicht, bin ich, weil ich mich wahrnehme, fühle, weil ich denke, mich selbst denke ...?

 

Kurze Übersicht über den Tagesablauf:

ª      Einführungsreferat zum Tagesthema

ª      Staunen und radikales Fragen: Selbstanalysen

ª      Felder philosophischen Tuns, Beispiele

ª      Weg der Wahrheitsfindung bei einem Philosophen der Moderne

ª      Philosophie und Geschichte, Dialektik des Fortschritts bei einem Klassiker der Philosophie

ª      Intensive Auseinandersetzung im Dialog des Gesprächskreises

 

2. Gesprächstag: Materialismus und Idealismus -

Ein folgenschwerer Gegensatz der Denkansätze?

 

Ob Immaterielles oder die Materie Prinzip, Grundbaustein des Seins und des Seienden ist, gehört zu den „Ältesten, meisterörterten und meist umstrittenen Fragen der Philosophie, wird gar als die Grundfrage der Philosophie bezeichnet. Eine Form des Idealismus führt letztlich zur Behauptung, dass eine vom vorstellenden Subjekt unabhängige Aussenwelt nicht existiert. Der Materialismus hingegen begründet alles Daseiende in der Materie und im Materiellen. Was bedeutet dies?

 

Kurze Übersicht über den Tagesablauf:

ª      Idealismus-Modell von historischer Tragweite: Rekonstruktion von Platons Höhlengleichnis

ª      Gemeinsame Lektüre: Materialistische Ansätze von Naturphilosophen

ª      Philosophiegeschichtlicher Abriss

ª      Meine eigene Situation

ª      Einführung in: "Was ist ein Dialog?"

ª      Lebendiges Philosophieren: Führen von Dialogen

ª      Standortbestimmung: Materialismus und Idealismus heute

 

3. Gesprächstag: NIETZSCHE- der Philosoph mit dem Hammer

Wille zur Macht als Grundprinzip menschlicher Entfaltung?

 

Der Zweck des Menschen lag für Nietzsche im Dasein selbst, in der Steigerung der besten Kräfte, in der Überwindung von den Irrungen des Menschlichen, Allzumenschlichen hinweg zum Übermenschen, des sich in allen Teilen und Möglichkeiten bejahenden und erkunden-den Menschen, in einer Umwertung bisheriger Werte! Ist Nietzsches Anliegen noch das unsere? Droht uns das gleiche Verhängnis? Bemühen wir uns um dieselben Fragen?

 

Kurze Übersicht über den Tagesablauf:

ª      Einführung in Leben und Werk Nietzsches

ª      Gemeinsame Lektüre ausgewählter Texte

ª      "Also sprach Zarathustra" - Gesamtinterpretation

ª      Konzept "Übermensch": Diskussion aus heutiger Sicht

ª      Wille zur Macht: Nachvollzug der Umwertung aller Werte

ª      Nietzsche und Heidegger: Auseinandersetzung

ª      Nietzsche heute?

 

4. Gesprächstag: Was ist «Wirklichkeit" wirklich?

Die Welt - ein Konstrukt meines Verstands, sonst gar nichts?

 

Dass uns die Wirklichkeit nicht "gegeben" ist, sondern dass wir vielmehr "alles selbst machen", diese Annahme eines der ganz Grossen der Philosophie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist in den letzten zehn Jahren durch eine Denkschule aktualisiert worden, die sich "radikaler Konstruktivismus" nennt und derzeit zu den ehrgeizigsten Versuchen gehört, den Graben zwischen Natur- und Geisteswissenschaften zu überbrücken. Wie kommen Erkenntnisse dessen, was wirklich ist, zustande? Wie ist Erkenntnis möglich?

 

Kurze Übersicht über den Tagesablauf:

ª      Einführung in ein Erklärungsmodell für unsere Erkenntniswege

ª      "Ich denke, also bin ich": Übertragung von Descartes‘ cogito in unseren Alltag

ª      Die andere Erkenntniswurzel: Unbegriffliche Intuition

ª      Textanalyse: Welten brechen zusammen! Kants Kritik der reinen Vernunft

ª      Einführung in den radikalen Konstruktivismus und Diskussion des neuen Paradigmas im interdisziplinären

ª      Diskurs